Pastoraler Raum Kirchhundem

St. Dionysius Rahrbach - Kirche

 

 

Geschichtliches

Vermutlich war die erste Kirche eine Eigenkirche ohne eigenen Friedhof; die Toten wurden über Halberbracht (halb-gebracht) nach Wormbach zur Bestattung gebracht. Kruberg und Welschen Ennest gehören seit jeher kirchlich zu Rahrbach.

 

1897 zerstörte ein Blitz den Turm mit einem 6 Meter langen Riss.

 

Ab 1902 besitzt der Nachbort Welschen Ennest eine eigene Kirche, zunächst ist es Pfarrvikarie, dann ab 1941 eigene Pfarrei.

Gebaut zwischen 1250 und 1300. Sie ist höchstwahrscheinlich von der älteren Mutterkirche in Kirchveischede abgepfarrt worden. Die Rahrbacher Kirche ist der älteste Kirchenbau im heutigen Kirchhundemer Gemeindegebiet. Der Patron ist der hl. Dionysius, der erster Bischof von Paris war. Er ist geköpft worden und wird heute oft auf Bildern mit seinem Haupt in der Hand gezeigt - vielleicht auch ein Sinnbild dafür wo einem der Kopf steht. Früher wurde oft der Reliquienkopf, den die Rahrbacher Kirche besitzt, und der z.Z. als Leihgabe im Südsauerlandmuseum in Attendorn ausgestellt ist, um den Hochaltar getragen da er als Heilmittel gegen Kopfschmerzen helfen sollte. Dionysius ist einer der 14 Nothelfer.

Pfarrer: 1432 begegnet der erste Pfarrer, ein Herr namens Wichard. Von diesem an sind fast alle Pfarrer lückenlos beurkundet. Unter ihnen sind einige kuriose Persönlichkeiten, die sich in das Dorfgedächtnis eingeprägt haben: so v.a. Pastor Henricus Spickermann. Der aus Heinsberg stammende Pastor saß in Schutzhaft in Neuss, prozessierte mit der Freifrau von Holdinghausen um Fischerei und Grundstücke, schaffte aber auch die Ruhm-Nohl-Barockorgel von 1701/02 an. Auf Fürsprache der Hl. Agatha, unserer Nebenpatronin, rettete Pastor Molitor 1737 vor einem Brand (Rahrbacher-St-Agatha-Wunder). Er dürfte eine interessante Persönlichkeit gewesen sein und war bekannt mit Heinrich Jung Stilling.

 

Das Gotteshaus selbst ist nie wesentlich verändert worden. Der einstige Haupteingang an der Südseite wurde Mitte des 19. Jh. zugemauert und in den Turm verlegt. Das Inner/die Innenausstattung hat sich geändert: Vom alten Hochaltar ist nichts erhalten geblieben. Großsonntag konsekrierte Franz Josef Bode die Reliquien im neuen Altar: ein Finder des hl. Liborius.

 

St. Dionysius

Unsere einstige Kanzel ist in der Finnentroper Kirche noch heute zu besichten.

Die beiden alten Glocken rufen seit 1474 (!) zum Gebet und zur Andacht.

 

Die Rahrbacher Kirche besitzt einen noch heute täglich im Gebrauch wertvollen Kelch von 1625 und zwei wertvolle Monstranzen.

 

Das Marienbild über der Sakristeitür stammt aus dem ehemaligen Hochalter, der 1958 entfernt wurde, nur der Zeitgeist lässt es rechtfertigen.

 

Der ehem. Kirchhof rund um die Kirche wurde 1958 entfernt.

 

 

Text: Philipp Weber

Festvortrag zum 700. Geburtstag von Rahrbach, am 10.Mai 2013 von Philipp Weber als PDF-Download: